Spezialisten-Profile
Die Absschlüsse der Spezialisten-Profile bilden die erste Stufe des IT-Weiterbildungssystems. 29 Spezialisten sind als Weiterbildungsprofile für Fachkräfte der IT-Branche festgelegt worden.
Eine berufliche Tätigkeit auf dieser Ebene kann allein mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung in der Regel nicht erreicht werden. Die Spezialistenqualifizierung soll die Berufsausbildung erweitern und vertiefen sowie als “Quereinstieg” für berufserfahrene Praktiker dienen. Die Profilbezeichnungen orientieren sich an branchenüblichen bzw. arbeitsmarktüblichen Berufs- und Funktionsbezeichnungen.
Die Spezialistenprofile sind in 6 Gruppen aufgeteilt:
- Software Developer (Softwareentwickler/innen)
- Coordinator (Entwicklungsbetreuer/innen)
- Solution Developer (Lösungsentwickler/innen)
- Technician (Techniker/innen)
- Administrator (Lösungsbetreuer/innen)
- Advisor (Produkt- und Kundenbetreuer/innen)
1. Software Developer (Softwareentwickler/innen)
Zur Gruppe der Software Developer gehören die Profile:
- IT Systems Analyst
- IT Systems Developer
- Software Developer
- Database Developer
- User Interface Developer
- Multimedia Developer
Die Analyse von Anforderungen, der System- oder Modulentwurf und die Implementation kennzeichnen die Gruppe der Developer.
Systemarchitekturen, Programme, Datenbanken, Benutzeroberflächen und vieles andere werden von ihnen entwickelt, daher sind sie typischerweise auf der Seite der Hersteller angesiedelt. Engineering Prozesse, Methoden und Werkzeuge der Softwareentwicklung sowie Entwicklungs- und Qualitätsstandards sind typische, für Tätigkeiten in der Software-Entwicklung notwendige Kompetenzfelder.
Das Analysieren von Anforderungen und Geschäftsprozessen sowie das Entwerfen kompletter Systeme sind Aufgaben des IT System Analysts und des IT System Developers. Die Anforderungen zukünftiger Nutzer der Systeme bilden die Basis für die Spezifikation der zu entwickelnden oder zu beschaffenden Software und notwendigen Hardware. Die so entstandenen Lösungskonzepte und ihre formale Darstellung als Systemdesign oder Systemarchitektur werden von den Software, Database, User Interface und Multimedia Developern umgesetzt. Die nachfolgende Integration der im Entwicklungsprozess entstandenen Module zu einem Gesamtsystem und ihre Anpassung an die Bedürfnisse des Kunden ist ebenfalls Aufgabe des IT System Developers. Aus dem Systemdesign leiten Software, Database, User Interface und Multimedia Developer die notwendige Feinspezifikation der von ihnen zu entwickelnden Module ab. Diese Module werden dann - in enger Abstimmung aller am Entwicklungsprozess Beteiligter - implementiert. Mit dem Modultest und der Unterstützung der Systemintegration sind die Aufgaben der Developer innerhalb des IT-Prozesses beendet.
IT Systems Analysts (IT-Systemanalytiker/in) modellieren Geschäftsprozesse, analysieren die daraus resultierenden Anforderungen an IT-Systeme und bilden diese in Form von Anforderungsmodellen ab.
IT Systems Developer (IT-Systemplaner/in) planen IT-Systeme, beschreiben sie durch ein formalisiertes Systemdesign und begleiten ihre Umsetzung.
Software Developer (Softwareentwickler/ in) konzipieren und implementieren einzelne Software-Bausteine (Komponenten und Module).
Database Developer (Datenbankentwickler/ in) konzipieren und implementieren Datenbanken.
User Interface Developer (Nutzerschnitt- stellenentwickler/in) konzipieren und implementieren Schnittstellen für die Interaktion zwischen IT-Systemen und deren Benutzern.
Multimedia Developer (Multimediaentwickler/in) konzipieren und implementieren interaktive Multimedia-Anwendungen für die Online- und Offline-Nutzung.
2. Coordinator (Entwicklungsbetreuer/innen)
Zur Gruppe der Coordinator gehören die Profile:
- IT Project Coordinator
- IT Configuration Coordinator
- IT Quality Management Coordinator
- IT Test Coordinator
- IT Technical Writer
Der Entwicklungsprozess von Systemen und Software und die Arbeit der Developer müssen koordiniert und unterstützt werden. Dies ist Aufgabe der Entwicklungsbetreuer, die somit auch auf der Herstellerseite angesiedelt sind.
Die Koordinatoren übernehmen Querschnittsaufgaben im Entwicklungsprozess und sind Mitglieder des Entwicklungsteams. Darüber hinaus begleiten sie Produkte und Systeme auch im weiteren Lebenszyklus und müsse den Überblick über große und komplexe Lösungen behalten, wie sie von den Lösungsentwicklern konzipiert werden. Die Stärken der Entwicklungsbetreuer liegen in Projektplanung und -management sowie Moderation und Konfliktbewältigung neben Kompetenzfeldern im Bereich der Software - Entwicklung.
Die Leitung und Koordination kleiner Projekte ist Aufgabe des IT Project Coordinators. Er kennt sich mit den finanziellen, technischen, personellen und organisatorischen Aspekten von IT-Projekten aus und managt sie.
IT Configuration Coordinator, IT Test Coordinator und IT Technical Writer begleiten den Entwicklungsprozess von der Anforderungsanalyse bis hin zur Produkt - Abnahme und den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Systemen unter spezielle Aspekten.
Die Sicherung der Qualität im Entwicklungsprozess ist die Kernaufgabe des Quality Management Coordinators.
3. Solution Developer (Lösungsentwickler/innen)
Zur Gruppe der Solution Developer gehören die Profile:
- Business Systems Advisor
- E Marketing Developer
- E Logistic Developer
- Knowledge Management Systems Developer
- IT Security Coordinator
- Network Developer
Anforderungsanalyse und Lösungsvergleich sowie Systemanpassung und Datenmigration kennzeichnen die Lösungsentwickler.
Im Unterschied zu den Developern, die etwas produzieren, kauft ein Lösungsentwickler ein vorhandenes System oder Produkt am Markt und passt es an die speziellen Bedürfnisse des eigenen Unternehmens an. Lösungsentwickler stehen also auf der Anwenderseite das IT-Prozesses und haben neben IT-Kenntnissen vertiefte Kenntnisse eines speziellen Anwendungsgebiets.
Die Lösungsentwickler müssen Analyse- und Design - Methoden anwenden können. Vernetztes Denken ist für sie essentiell, um informationstechnische Unterstützungen für ihre fachlichen Anforderungen realisieren zu können. In den Bereichen Marketing, Logistik, Wissensmanagement, Netzwerke, IT-Sicherheit und Unternehmensanwendungen haben sie ihren jeweiligen fachlichen Schwerpunkt. Die Analyse unternehmensspezifischer Anforderungen, die Konzeption informationstechnischer Lösungen und die Anpassungen von Systemen und Produkten zählen zu den Hauptaufgaben der Lösungsentwickler. Außerdem betreuen und schulen sie die Nutzer.
Business Systems Advisors (Anwendungssystemberater/in) analysieren Geschäftsprozesse und konzipieren den Geschäftsprozessen angemessene Unternehmensanwendungen und begleiten deren Einführung.
E Marketing Developer (E-Marketingentwickler/in) wirken bei der Konzeption eines die externe Unternehmenskommunikation betreffenden Aktionsplans für den Online-Bereich mit, setzen diesen um und passen ihn an die jeweiligen aktuellen Gegebenheiten an.
E Logistic Developer (E-Logistikentwickler/in) konzipieren Vorschläge zur informationstechnischen Unterstützung bei der Lösung logistischer Aufgabenstellungen, setzen diese in IT-Systeme um und entwickeln sie weiter.
Knowledge Management Systems Developer konzipieren Vorschläge zur informationstechnischen Unterstützung des effizienten Umgangs mit Wissen in Unternehmen und Organisationen, begleiten die Umsetzung dieser Vorschläge und entwickeln vorhandene Systeme weiter.
IT Security Coordinators (IT-Sicherheitskoordinator/in) konzipieren angemessene IT Sicherheitslösungen entsprechend geltender technischer Standards, Gesetze und Vorschriften, begleiten deren Umsetzung und passen sie laufend den aktuellen Gegebenheiten an.
Network Developer (Netzplaner/in) konzipieren Netze oder Teilnetze bedarfsgerecht und wirtschaftlich, begleiten ihre Installation und entwickeln sie weiter.
4. Technician (Techniker/innen)
Zur Gruppe der Technician gehören die Profile:
Lösungsentwicklung für die industrielle Produktion, mit Hardwarekomponenten und in der Sicherheitstechnik zeichnet die Gruppe der Techniker aus.
Neben Anforderungsanalyse, Lösungsvergleich und System-Anpassung sind hardwarenahe Programmierung sowie die Entwicklung und Integration von Hardware typische Aufgaben. Die Techniker analysieren Anforderungen, entwerfen Systeme oder Komponenten, implementieren und integrieren sie. Damit nehmen die Techniker typische Entwickleraufgaben wahr, die sich von der Softwareentwicklung z.B. durch die standardmäßige Prototypenentwicklung, aber auch durch die Verwendung völlig anderer Protokolle, Schnittstellen und Programmiersprachen unterscheiden. Im Unterschied zu allen anderen Spezialisten müssen Techniker - je nach Einsatzgebiet und Unternehmen - alle Tätigkeiten des IT-Prozesses ausführen, einschließlich der Betreuung von Anlagen, Systemen und Lösungen. Die Kompetenzfelder Bussysteme, Protokolle und Schnittstellen sowie Hardwarenalysen unterscheiden die Gruppen der Techniker von den anderen Entwicklern, mit denen sie eine Reihen von Kompetenzfeldern wie Engineering Prozesse, Entwicklungs- und Qualitätsstandards gemeinsam haben.
Der Component Technician entwirft, implementiert und testet Hardwarekomponenten.
Konzepte und Lösungen für sicherheitstechnische Anlagen (z.B. Überwachungskameras oder Brandmeldesysteme) sowie ihr Anschluss an die IT-Infrastruktur sind die Aufgaben des Security Technicians.
Industrial IT Systems Technicians konzipieren, implementieren und warten industrielle Automatisierungs- und Prozessleitsysteme, wie Robotersteuerungen in der Automobilindustrie oder Laboranlagensteuerungen in der Verfahrenstechnik.
5. Administrator (Lösungsbetreuer/innen)
Zur Gruppe der Administrator gehören die Profile:
- Network Administrator
- IT Systems Administrator
- Database Administrator
- Web Administrator
- Business Systems Administrator
Betreiben, Überwachen und Optimieren von Systemen und Netzen sind Kerntätigkeiten der Administratoren.
Sie kümmern sich um vorhandene Systeme und Infrastrukturen auf der Anwenderseite. Kontinuierliche, immer wieder durchzuführende Prozesse unterscheiden die Tätigkeit der Administratoren von den projektbezogenen Aufgaben der anderen Spezialisten. Sie konfigurieren, betreiben, überwachen und optimieren Netzwerke, informationstechnische Systeme, Datenbanken, Unternehmes- und Webanwendungen. Ihre Stärken liegen in den Bereichen Betriebssysteme und Netze, Sicherheitsüberwachung und Datensicherung sowie in der nutzerorientierten Problemanalyse und -lösung.
Jeder der Administratoren hat bestimmte Tätigkeits- oder Kenntnisschwerpunkte.
So betreut der IT Systems Adminstrator Hardware und Hardware - Komponenten, Betriebssysteme und Anwendungssoftware, muss aber auch Netzwerkkenntnisse haben.
Die Administration von Netzen ist Schwerpunkt der Tätigkeit des Network Administrators, der aber auch Betriebssysteme und Anwendungen kennen muss.
Datenbanken bilden die Basis jeder Unternehmensanwendung, so dass Database Administratoren und Business System Administratoren oft mit denselben Systemen arbeiten.
Web Adminstratoren betreuen vor allem den Internetauftritt des Unternehmens.
6. Advisor (Produkt- und Kundenbetreuer/innen)
Zur Gruppe der Advisor gehören die Profile:
An den Schnittstellen unterschiedlicher Prozesse und Tätigkeitsprofile stehen die Produkt- und Kundenbetreuer.
Sie stellen im technischen oder kaufmännischen Bereich die Verbindung zwischen Herstellern und Anwendern her. Typische Tätigkeitsfelder sind also die Bedarfsanalyse, die Auslieferung und Abnahme von Produkten, die Nutzerschulung sowie der Support. Vernetztes Denken, nutzerorientierte Problemlösung, kundengerechte Beratung und Serviceorientierung sind kennzeichnende Kompetenzfelder für die Gruppe der Produkt- und Kundenbetreuer an der Schnittstelle zwischen Herstellern und Anwendern.
IT Service Advisor und IT Trainer sind die Kundenbetreuer auf technischem Gebiet, IT Sales Advisor und IT Product Coordinator sind im kaufmännischen Bereich tätig.
IT Service Advisor lösen Anwenderproblemen und betreuen Produkte und Systeme (Software, Hardware, Netze).
Nutzer in neue Produkte einzuführen und im Umgang mit Soft- und Hardware zu schulen, ist die Kernaufgabe des IT Trainers.
Die kaufmännischen Vermittler begleiten Produkte und Projekte über ihren gesamten Lebenszyklus und sind Ansprechpartner für Kunden wie für Hersteller und Entwickler.
Während der IT Sales Advisor Kunden berät und individuelle Lösungen anbietet, ist die Aufgabe des IT Product Coordinator die Entwicklung marktgerechter Hardware, Software und Systeme.
- Allgemeines (7)
- Finanzierung (1)
- IT-Weiterbildungssystem (35)
- Qualifikationen (2)
- Studium (6)
- Bachelor (3)
- Fernstudium (3)
- Master (2)
Benutzerschnittstellenentwicklung Consulting Datenbankadministration Datenbankentwicklung Dokumentation Dozenten eBusiness Geschäftsprozesse Geschäftsprozessmanagement Hardwaretechnik Helpdesk Informatik IT-Sicherheit IT-Strategie IT Trainer Konfigurationsmanagement Logistik Marketing Mitarbeiterführung Modellierung Multimediaentwicklung Präsentation Produktentwicklung Projektmanagement Qualitätsmanagement Rhetorik Softwareentwicklung Systemadministration Systemanalyse Systementwicklung Testen Vertrieb Webadministration Wirtschaftsinformatik Wissensmanagement






